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Pflegekräfte, Bauarbeiter und Bergleute am stärksten orthopädisch gefährdet

Schäden am Stütz- und Bewegungsapparat sorgen in Deutschland für jeden vierten Fehltag am Arbeitsplatz. Erstmals nennt eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin nun die Hochrisikoberufe. Wer einen solchen ausübt, sollte Prävention besonders ernst nehmen.


Dass Muskel-Skelett-Erkrankungen zu den häufigsten Berufskrankheiten in Deutschland zählen, ist lange bekannt. Keine Aussage fand sich in den Statistiken bisher jedoch zu den einzelnen Berufsgruppen. Diese Wissenslücke hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) kürzlich mit einer Studie geschlossen.

Als Grundlage dienten Daten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung aus dem Zeitraum 2002 bis 2012. Nach Berufsgruppen und Geschlecht aufgeschlüsselt wurden die Fallzahlen für sechs Berufskrankheiten ausgewertet: Meniskusschäden, Hand-Arm-Vibration, Bursitis, bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule, Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch Ganzkörpervibration und Gonarthrose durch Knien.

In Hinsicht auf Frauen konnten allerdings nur die bandscheibenbedingten Erkrankungen der Lendenwirbelsäule (Berufskrankheit 2108) einbezogen werden, da die Fallzahlen in den anderen Berufskrankheiten zu gering für statistische Aussagen waren.

Wo der Rücken besonders leidet
Insgesamt sind vor allem Baukonstruktions- und Ausbauberufe, Bergleute, Hilfsarbeiter und Pflegekräfte von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats betroffen. Beispiel Berufskrankheit 2108: Darunter leiden bei den Frauen die nicht-wissenschaftlichen Krankenpflege- und Geburtshilfefachkräfte mit knapp 16 Fällen pro 100.000 Erwerbstätige am meisten. Ebenfalls stark betroffen sind medizinische Fachberufe (ohne Krankenpflege) mit 7,7 sowie Pflege- und verwandte Berufe mit 6,7 Fällen. Der Durchschnitt in allen Berufen liegt bei 1,3 Fällen.

Auch bei den Männern verzeichnen die nicht-wissenschaftlichen Krankenpflege- und Geburtshilfefachkräfte mit 9,2 Fällen pro 100.000 Erwerbstätige die höchste Rate, gefolgt von Bergleuten, Sprengmeistern, Steinbearbeitern und Steinbildhauern mit 7,0 Fällen. Erst danach kommt die Gruppe mit den absolut höchsten Krankheitszahlen, die aber wegen der vielen Beschäftigten mit 6,9 Fällen nur die dritthöchste Rate aufweist: die Baukonstruktions- und verwandten Berufe.

„Die Studie bestätigt mit belastbaren Zahlen, was Orthopäden und andere Arbeitsmediziner aus ihrer Praxis bereits wissen, schließlich sind die Berufe der Patienten kein Geheimnis“, ordnet der Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie und Akupunktur Bartholomäus Gabrys aus Berlin-Friedrichshain die Studienergebnisse ein. „Doch sie unterstreicht einmal mehr, wie wichtig gezielte Prävention ist, wenn man einen Hochrisikoberuf ausübt. Wer sich frühzeitig unter fachkundiger orthopädischer Anleitung um Schadensbegrenzung bemüht, kann am Ende meist ohne gravierende Beeinträchtigungen in den Ruhestand gehen.“